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    <title>Andreas Köhler</title>
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    <title>SBB-Regen</title>
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
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    <pubDate>Sat, 12 May 2012 08:15:10 +0200</pubDate>
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    <title>Abendlicht</title>
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 04 May 2012 09:28:37 +0200</pubDate>
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    <title>Fahrbarer Spiegel</title>
    <link>http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/archives/188-Fahrbarer-Spiegel.html</link>
            <category>Photoskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a onclick=&quot;javascript: pageTracker._trackPageview(&#039;/extlink/www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6960561706/&#039;);&quot;  href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6960561706/&quot; title=&quot;unbenannte Fotosession-134 02 web von Andreas Peter Köhler bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm8.staticflickr.com/7126/6960561706_ed3a3b60b6_o.jpg&quot; width=&quot;700&quot; height=&quot;465&quot; alt=&quot;unbenannte Fotosession-134 02 web&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 23 Apr 2012 18:56:04 +0200</pubDate>
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    <title>Tausch und Arbeitsteilung</title>
    <link>http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/archives/187-Tausch-und-Arbeitsteilung.html</link>
            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;a onclick=&quot;javascript: pageTracker._trackPageview(&#039;/extlink/www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6959174072/&#039;);&quot;  href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6959174072/&quot; title=&quot;unbenannte Fotosession-005-02 web von Andreas Peter Köhler bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm9.staticflickr.com/8003/6959174072_91c66e4730_o.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;unbenannte Fotosession-005-02 web&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;p class=&quot;headline03&quot;&gt;Tausch und Arbeitsteilung&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
Was ist ursprünglicher: Arbeitsteilung oder Tausch? Lässt sich das beantworten, und wenn ja, ist es eine zentrale oder lediglich eine Detailfrage? Hat der Mensch erst getauscht, und ist aus dem Tausch die Arbeitsteilung entstanden, oder verhält es sich umgekehrt? Adam Smith hält in seinem „Wohlstand der Nationen“ den Tausch für ursprünglich:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Arbeitsteilung … entsteht vielmehr zwangsläufig, wenn auch langsam und schrittweise, aus einer natürlichen Neigung des Menschen, zu handeln und Dinge gegeneinander auszutauschen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Er bekräftigt:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wie das Verhandeln, Tauschen und Kaufen das Mittel ist, uns gegenseitig mit fast allen nützlichen Dingen, die wir brauchen, zu versorgen, so gibt die Neigung zum Tausch letztlich auch den Anstoss zur Arbeitsteilung.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Adam Smith war klar, dass Tiere nicht tauschen.&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Jene Eigenschaft ist allen Menschen gemeinsam, und man findet sie nirgends in der Tierwelt, wo es im Übrigen weder einen Austausch noch eine andere Form gegenseitigen Übereinkommens zu geben scheint.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Allerdings existiert im Tierreich Betteln und das Gewinnen der Gunst des Mächtigeren, was, wie Smith betonte, auch unter Menschen „gelegentlich“ vorkommt. Das „gelegentlich“ hätte er weglassen können, denn so selten ist es keineswegs, sondern versteckt sich meist hinter unseren zivilisatorischen Ritualen, die meist dazu dienen, die Unterwürfigkeit zwar zu deklarieren, aber gerade so diskret, dass beim Bettelnden keine Beschämung offenbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus heutiger Sicht können wir Smith nicht beistimmen. Die Arbeitsteilung ist deutlich älter als der Tausch. Verschiedenste Tierarten kennen Arbeitsteilung, wie zum Beispiel eine grosse Zahl von Insektenvölkern. Näher liegen unserer Art eine Anzahl von Vogelarten oder jagende Säugetiere wie Wölfe und höhere Affen, die durchaus kooperierend jagen und nicht, wie Smith meinte, mehr oder weniger zufällig das gleiche Opfer verfolgen. Die Jagdbeute wird beim Schimpansen vom ranghöchsten Tier auf die Jäger verteilt. Es herrscht damit kein Tausch, sondern eine komplizierte Beuteteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitsteilung aber ist viel eher Folge dieser - hierarchischen - Kooperation, die sich durch die Sesshaftigkeit in andere Lebensbereiche übertragen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung erzwingt ja bereits bei vielen Arten das geschlechtsspezifische Brutpflegeverhalten. Wenn die Brut gepflegt wird, so geschieht das in den meisten Fällen eher oder sogar ausschliesslich durch das Weibchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die Frage nach dem Ursprung des Tausches eine Nebensächlichkeit? Vielleicht. Vielleicht nicht. Denn es könnte sich so verhalten, dass der Mensch an sich keine Neigung zum Tausch hat. Sondern dass der Tausch erzwungenermassen aus der Notwendigkeit, wenn nicht aus dem Mangel und somit aus der Bettelei entstanden ist. Betteln ist archaisch und angeboren. Es ist das typische Verhalten der Brut, die nach Futter schreit oder wimmert. Wir kennen es vom Kindchenverhalten unserer Haustiere: Katzen miauen, Hunde wimmern und winseln mit hoher Stimme; sie streichen um die Beine und flattieren, wie wir vor allem in der Schweiz sagen. Hunde lecken die Hand ihres Herrn (bei den Wölfen die Maulwinkel der Rudelführer) und hoffen auf ein saftiges Stück Fleisch von seinem Tisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders verhält es sich bei den Weibchen. Insbesondere die brutpflegenden Weibchen beteiligen sie sich nicht an der Jagd. Trotzdem haben sie Verlagen nach Eiweiss, zumal sie ja gebären und säugen und damit einen grossen Bedarf an hochwertiger Nahrung - und somit auch an Eiweiss - haben. Also betteln sie bei den Männchen. Beim Betteln haben sie aber etwas anzubieten. Nämlich Sex. Das ist ihnen ursprünglich wohl nicht bewusst, doch die Männchen verhalten sich entsprechend: Sie sind scharf auf Sex, das heisst auf die bettelnden Weibchen. Diese „Fleisch-gegen-Sex-Hypothese“ wurde vor nicht langer Zeit in Beobachtungen an freilebenden Schimpansen bestätigt. Cristina M. Gomes und Christophe Boesch vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie berichteten: &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Nach welchen Kriterien suchen sich Schimpansen-Weibchen ihre Fortpflanzungspartner aus? Warum jagen die Männchen und teilen dann ihre Beute mit den Weibchen? Dies hat Forscher bislang vor ein Rätsel gestellt. Studien zu menschlichen Jäger- und Sammlergesellschaften deuteten darauf hin, dass erfolgreiche Jäger mehr Frauen und somit auch mehr Nachwuchs haben. Bei freilebenden Schimpansen - den engsten lebenden Verwandten des Menschen - scheint dies ähnlich zu sein: Wenn die Weibchen nicht an der Jagd teilnehmen, weil sie beispielsweise Nachwuchs haben, teilen die Männchen mit ihnen ihre Jagdbeute. Aufgrund dieser Beobachtungen entwickelten Forscher die &quot;Fleisch-gegen-Sex-Hypothese&quot;, der zufolge Männchen und Weibchen eine Art Tauschgeschäft eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;uploads/zoomweb.jpg&quot; width=&quot;515&quot; height=&quot;343&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Utan, ein Schimpansenmännchen, mit einem Stück Fleisch eines Roten Stummelaffen. Kinshasa, ein Schimpansenweibchen mit ihrem Baby Kirikou auf dem Rücken, bittet ihn um einen Teil der Beute.&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cristina M. Gomes und Christophe Boesch vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie ist dies nun im Taï Nationalpark an der Elfenbeinküste gelungen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass Weibchen häufiger mit den Männchen kopulierten, die wenigstens einmal ihre Jagdbeute mit ihnen geteilt hatten. Männchen, die nie von ihrer Beute abgaben, gingen hingegen leer aus. Ein Tausch von &quot;Fleisch gegen Sex&quot; scheint sich also auf den Paarungserfolg der Männchen günstig auszuwirken.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Heisst das, dass der Austausch von Fleisch gegen Sex – keineswegs ein rationaler Tausch, sondern eine zweiseitige Gier – Ursprung unseres Tauschhandels ist? Das lässt sich wohl nicht beweisen. Doch würde es erklären, dass auch hinter dem heutigen urmenschlichen Tauschen vielfach ein komplexeres Verhalten und komplexere Begierden stecken, als die Ökonomie gelegentlich behauptet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich ist: Nicht der vernünftige Tausch steht am Anfang, sondern gieriges Verlangen, das nach und nach ritualisiert und zivilisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitate:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Adam Smith:&lt;br /&gt;
Der Wohlstand der Nationen. Übersetzung nach der 5. Auflage von 1798 von Horst Claus Recktenwald, München, dtv 1978, 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cristina M. Gomes und Christophe Boesch:&lt;br /&gt;
Forschungsmeldung der Max-Plank-Gesellschaft vom 9. April 2009, http://www.mpg.de/570964/pressemitteilung20090406?filter_order=L&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;greyentry&quot;&gt;Die Thematik bildet den Anfang der nächsten Reihe Öffentlicher Vorlesungen an der Universität St. Gallen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/pages/Vorlesungen.html&quot;&gt;&lt;img src=&quot;uploads/Vorlesungen/2012_Verfuehren/Verfuehren_Ankuendigung_03_web.jpg&quot; alt=&quot;Zuckerbrot und Lippenrot - Verführen und Verführt-Werden&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p style=&quot;font-size: 18px; text-align: center;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
Universität St. Gallen, Raum HSG 01-013&lt;br /&gt;
Mittwoch, 18.15 bis 19.45, 7. November bis 12. Dezember 2012&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;text-align: center; font-size: 18px;&quot;&gt;Die Vorlesungen sind öffentlich. Interessenten können sich das Vorlesungsverzeichnis von der Universität St. Gallen zustellen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausführlichere Ankündigung unter &lt;a href=&quot;http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/pages/Vorlesungen.html&quot;&gt;Vorlesungen&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 19 Apr 2012 13:48:04 +0200</pubDate>
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    <title>Knecht und Herr</title>
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;/br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;greyentry&quot; style=&quot;text-align: center&quot;&gt;Unser Bewusstsein ist gespalten:&lt;br /&gt;
Zum Produzieren verwandeln wir uns in bürokratische Sklaven,&lt;br /&gt;
zum Konsumieren in verwöhnte Sultane.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/br&gt; 
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    <pubDate>Thu, 12 Apr 2012 16:09:35 +0200</pubDate>
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    <title>Tempel</title>
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;br/&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;greyentry&quot; style=&quot;text-align: center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
Die Menschen unterwerfen sich seit jeher ihren Gottheiten, loben und preisen sie und bringen ihnen Opfer dar. Ja sie errichten ihnen gar Schreine und Paläste.&lt;br /&gt;
In der verstohlenen Hoffnung, sie darin gefangen setzen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br/&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 11 Apr 2012 17:28:00 +0200</pubDate>
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    <title>Kunst</title>
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;greyentry&quot; style=&quot;text-align:center;&quot;&gt;&lt;strong&gt;Kunst&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Geld ist das geläufige Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Ist Kunst eine Ware oder eine Dienstleistung?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 29 Mar 2012 15:28:14 +0200</pubDate>
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    <title>Lesen und Schreiben</title>
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&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Lesen und Schreiben&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet kann jeder schreiben, was er will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet kann jeder lesen, was er will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So viel er will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So viel er will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jeder liest, so viel er will, dann denkt er, was er liest, und denkt nicht das, was er sich selbst ausdenken könnte, wenn er nicht lesen würde. Wenn er sich all das, was er sich ausdenken könnte, auch ausdächte, und zwar bis zu seinem Ende, dann würde Denken allein nicht ausreichen, sondern er müsste es niederschreiben, denn das Denken kommt erst zu seinem Ende, wenn es sich wie eine Frucht vom Denker löst und Eigensinn gewinnt. Wenn das Gedachte aber nur in eine dunkle Ecke fällt, so vermodert es und geht vergessen. Auch beim Denker. Seine Fruchtbarkeit beweist das Denken erst, wenn es Kritik auslöst und neues Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bleibt nichts anderes übrig, als dass einer, wenn er sich etwas ausgedacht hat, es auch zum Lesen bietet. Das heisst: ins Internet setzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Gefahr hin, dass es keiner liest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder auf die Gefahr hin, dass es jeder liest, sich dabei aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weder die Mühe nimmt, es zu kritisieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch sich selbst etwas auszudenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 28 Mar 2012 11:01:51 +0200</pubDate>
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    <title>Esoterikerinnen</title>
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            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;a onclick=&quot;javascript: pageTracker._trackPageview(&#039;/extlink/www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6861709226/&#039;);&quot;  href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6861709226/&quot; title=&quot;IMG_8867 01 von Andreas Peter Köhler bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm8.staticflickr.com/7048/6861709226_0180c09697_o.jpg&quot; width=&quot;510&quot; height=&quot;382&quot; alt=&quot;IMG_8867 01&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;strong&gt;Esoterikerinnen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Bei den Esoterikerinnen scheint sich der Eros verflüchtigt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darum schliessen sie Bünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen seine Rückkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 24 Mar 2012 07:56:00 +0100</pubDate>
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    <title>Wünschen und Wollen</title>
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            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wünschen und Wollen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Wünschen und Wollen erstreckt sich eine Welt. Die Welt des Mutes. Wünschen heisst, anderer Leute Lotterie bezahlen. Und wahrscheinlich Nieten kassieren. Wollen bedeutet, die eigenen Kräfte bündeln. Und das Scheitern riskieren.&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 23 Mar 2012 16:10:00 +0100</pubDate>
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    <title>Werbeblock</title>
    <link>http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/archives/180-Werbeblock.html</link>
            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;a onclick=&quot;javascript: pageTracker._trackPageview(&#039;/extlink/www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6859178870/&#039;);&quot;  href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6859178870/&quot; title=&quot;IMG_8911 01 web von Andreas Peter Köhler bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm7.staticflickr.com/6213/6859178870_8153103396_o.jpg&quot; width=&quot;680&quot; height=&quot;308&quot; alt=&quot;IMG_8911 01 web&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;strong&gt;Werbeblock&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen beklagen sich über die massenhafte Werbung in allen Medien: Fernsehen, Radio, Internet, Zeitungen, Strassenrändern und Hausfronten. Sie schimpfen, Werbung diene lediglich den Produzenten und Händlern und der Vermarktung, Werbung sei Verführung zum Kauf. Und sie vergessen, dass sie genauso unserem Schlaraffentraum dient, dem Traum, ein unendliches Angebot von Waren jederzeit zur Verfügung zu haben und daraus beliebig wählen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist die Wahl begrenzt – in der Realität. Aber in der Bilder- und Sprachwelt ist sie es nicht. Und die Menschen vergessen, dass der grösste Teil der übrigen Medieninhalte die gleiche Aufgabe erfüllt: Ein unendliches Angebot an Bilder und Worten, in deren Fluss der Betrachter und Hörer mitschwimmen kann. Seine Gefühle und Gedanken werden mitgetragen; er selbst fühlt und denkt mit, im Fluss des Geschehens auf der Leinwand, dem Bildschirm, dem Plakat. Der Mensch braucht nicht mehr selbst zu träumen. Er kann im Wachen mitträumen, und er kann im grossen Angebot wählen, welche Träume er träumen will – im Gegensatz zum altmodischen Nacht-Träumen, bei dem keine Herrschaft über den Traum besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Medien-Träumen besteht eine Herrschaft, die mit den Produzenten der Träume geteilt wird: Der Produzent produziert, der Konsument wählt. Jeder hat den anderen nötig. Und jeder kann sich der Illusion hingeben, den anderen zu beherrschen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unterbrochen wird dieser Traumfluss durch die Nachrichten, die Tagesschau, ab und zu durch Dokumentationen, in denen am Traum gerüttelt wird. Sie sind kontrapunktische Sendungen und damit keineswegs „objektive, nüchterne“ Nachrichten, wie man erwarten würde; denn sie zentrieren sich um Schreckensbilder und Hiobsbotschaften; sie projizieren das Menetekel an die Wand des Alltags-Belsazar, und auch da noch sind sie ein Teil des Alltags-Menschen-Traums, nicht zu den Opfern des Schreckens zu gehören. Sie geben dem Traum den nötigen Kontrast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werbung als Verführung zum Kauf? Ja natürlich, was denn sonst. Doch der Rest, die Beigabe zur Werbung, ist Verführung zum Weiterträumen – zum Weiterträumen der Träume, die andere vorgeträumt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anscheinend wollen wir das.&lt;br /&gt;
&lt;/br&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 22 Mar 2012 10:18:48 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>DAS Gute, DAS Wahre, DAS Schöne</title>
    <link>http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/archives/179-DAS-Gute,-DAS-Wahre,-DAS-Schoene.html</link>
            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;a onclick=&quot;javascript: pageTracker._trackPageview(&#039;/extlink/www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6853875280/&#039;);&quot;  href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreas-koehler/6853875280/&quot; title=&quot;Akademia Mosaik Pompeji von Andreas Peter Köhler bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm8.staticflickr.com/7068/6853875280_f472433c4e_o.jpg&quot; width=&quot;405&quot; height=&quot;415&quot; alt=&quot;Akademia Mosaik Pompeji&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;strong&gt;DAS Gute, DAS Wahre, DAS Schöne&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologen und Philosophen scheinen einem Missverständnis aufgesessen zu sein. Sie verbanden zwei vollkommen verschiedene Bereiche miteinander – zu unserem Schaden. Sie verwirrten uns. Sie machten ein Durcheinander von Glauben, Meinen, Wissen, Für-wahr-Halten, Für-vorteilhaft-und-wünschenswert-Halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Inhalt, der Gehalt des Durcheinanders: Das Absolute. So nennen es die Philosophen. Das Göttliche. So nennen es die Theologen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh in ihrer Entwicklung haben die Menschen begonnen, sich mit den Mächten auseinander zu setzen, die weit über ihnen stehen. Mit den Naturmächten, denen sie unterworfen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie begannen, diese Kräfte und Mächte wie weltliche, menschliche Herrscher zu behandeln, in der Hoffnung, diese den Menschen günstig zu stimmen; sie opferten ihnen, trugen Bitten vor, lobpriesen sie – wie es heute noch Menschen ihrem Gott oder ihren Göttern gegenüber tun. Natürlich tun das heute nicht mehr alle Menschen, auch wenn viele betonen, doch an eine überirdische Macht zu glauben. Sie glauben an eine solche Macht, aber nicht an einen Gott im ursprünglichen Sinne, und ebenso wenig daran, dass überirdische Mächte durch Opfergaben  und Bittstellen zu bewegen sind oder dass man ihnen Dankeschön sagen soll. Sie haben eine gestaltlose Vorstellung von diesem Jenseitigen, Göttlichen– ein Widerspruch in sich, ich weiss, doch dieses Widersprüchliche ist wohl in allen Vorstellungen und Worten vom Jenseitigen enthalten –, aber sie huldigen keinem irgendwie persönlichen Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese „Personalisierung“ der Gottheiten haben viele Völker im Laufe ihrer Geschichte vorgenommen, ob schon von Anfang an oder erst später, wissen wir nicht. Jedenfalls kennen wir viele Völker, welche sich die Naturkräfte als menschenähnliche Götter vorgestellt und dargestellt haben, in Texten und Bildern – das heisst: in Mythen und Ikonen. Am vertrautesten sind uns natürlich die Götter der Antike, die über den Menschen schwebende parallele Götterwelt der Griechen und Römer, weniger vertraut sind uns die ägyptischen oder indischen Götter, vertraut ist uns auch der eine Gott der Juden, Jahwe, der nach dem Mythos des Alten Testamentes Moses die Gesetzestafeln gab und ihm verbot, andere Götter zu verehren und Bilder von Göttern oder von Geschöpfen zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertraut ist uns, wie Christus diesen Jahwe neu zu seinem Vater transformiert hat, wie er und seine Apostel und Missionare, wie die Christen sich gegen die Verehrung der antiken Götter gestellt haben, und wie sie die Verehrung eines einzigen – doch dreifaltigen - Gottes gepredigt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weniger bewusst ist uns aber, dass sich mit dieser Wendung zum Monotheismus, zur Verehrung eines einzigen Gottes – der aber immer noch menschliche Gestalt hat und als Vater bezeichnet wird („Vater unser, der du bist im Himmel …“) – eine Wendung zu philosophischen Vorstellungen verbunden hat, die Gott ganz anders definiert. Nämlich als absolute, doch begrifflich, das heisst sprachlich fassbare Idee. Wörter, Begriffe erhalten sozusagen eine göttliche Realität, die derart mächtig ist, dass sie weltliche Realitäten schaffen kann, die „Fleisch“ wird, wie wir es im Johannesevangelium hören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. … Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, … (1;1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Wort ward Fleisch geworden und wohnte unter uns, …(1;14)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann denn das Göttliche definiert werden? Das ist ein Widerspruch in sich, ja man könnte sagen, ein Frevel oder eine Dummheit, lassen sich doch übermenschliche Kräfte nicht durch des Menschen Vorstellungen oder Absichten und vor allem nicht mittels menschlichen Worten definieren, das heisst in Grenzen („fines“ ist der lateinische Ausdruck für „Grenzen“) setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch genau das geschieht in einer Schrift, die von einer Grosszahl von Philosophen und anderen Denkern als eine ihrer wichtigsten Quellen betrachtet wird, nämlich im „Staat“ Platons. Primär ist das natürlich keine theologische Schrift; Platon war weder Theologe noch Priester, sondern wohlhabender Denker, der die Musse hatte, sich mit dem Denken und den Wissenschaften auseinander zu setzen. Und Platon ging es erst einmal nicht um das Göttliche, sondern das Menschliche, insbesondere um die Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Gerechtigkeit, was die Ungerechtigkeit? So geht die Frage im umfangreichen Dialog, den er Sokrates mit Freunden führen lässt. Schon diese Fragestellung führt auf glitschiges Gelände, und entsprechend kann keiner, weder Platon noch einer der Freunde, eine befriedigende Antwort darauf geben. Kein Wunder. Gerechtigkeit ist eine Abstraktion, im Gegensatz zu „gerecht“, ein Wort, welches ein allgemein verständliches Urteil beinhaltet. Wir sagen, dieser Vater hat sein Erbe gerecht verteilt, jener ungerecht. Wir sagen, dieser Richterspruch sei gerecht, jenes ungerecht. Daraus eine abstrakte Gerechtigkeit zu bilden, ist unsinnig. „Gerecht“ ist ein Werturteil, ist die Relation, die Beziehung einer Handlung und deren Auswirkungen zu den daran beteiligten Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Platon geht aber weiter, viel weiter. Er definiert nicht nur eine abstrakte Gerechtigkeit, sondern teilt die Menschen in Gerechte und Ungerechte. Auch das ist bei weitem nicht korrekt. Denn im Allgemeinen handeln wir das eine Mal gerecht, das andere Mal ungerecht, sind einmal korrekt, das ein andermal unkorrekt. Wir sind eben Menschen. Dass wir uns um gerechtes oder korrektes oder schadloses Handeln bemühen sollen, versteht sich. Und dass das nicht immer alle Menschen tun, versteht sich ebenso. Mit oder ohne Platon. Und verstand sich auch schon vor Platon. Platon ist zugute zu halten, dass er versuchte, diese Themen in präzise Worte zu fassen. Doch dieser Versuch schoss über das Ziel hinaus, und daraus sollten wir lernen. Was und warum – lesen wir am Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bleibt nicht bei der Gerechtigkeit. Platon definiert auch aus weiteren, Urteile, aus menschlichen Wertureilen, nämlich „gut“, „wahr“, „schön“, Wesenheiten: DAS „Gute“, DAS „Wahre“, DAS „Schöne“. Sprachlich ein kleiner Schritt. Aus einem Adjektiv, einem Eigenschaftswort, wird ein Substantiv, ein Hauptwort. Ein Dingwort, wie die Schüler richtig sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was genau ist denn das? Das „Gute“? Was gut ist, weiss jeder: Milch ist gut für den Säugling. Regen ist gut für die Saat. Allgemein gesagt: Etwas ist gut für jemanden. Das ist klar. Was das „Gute“ aber ist, das weiss niemand. Bescheidener: Ich jedenfalls weiss es nicht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Platon weiss es allerdings, und mit ihm sein Sokrates. Sie sind Philosophen. Und darum wissen sie es. Die Philosophen wissen, was das Gute, das Wahre und das Schöne ist, denn sie sind aus der allgemeinmenschlichen Blindheit – wir können durchaus auch sagen, der allgemeinmenschlichen Blödheit – hinaus- und hinaufgestiegen ans Licht und haben geschaut, was das „Wahre“, das „Gute“ und das „Schöne“ ist. Muss ich schreiben „ist“ oder „sind“? Sind es einzelne Dinge oder eine Einheit, ein Gesamtes, „all in one“? So wie ein Laser-Drucker-Fax-Printer?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum ist das alles aufschreibe und Sie, meine Leserin, damit behellige? Weil ich denke, dass man solche Fragen nicht den Theologen und Philosophen überlassen darf, denn darunter scheint es einige zu geben, die ganz gerne an die Macht kämen. Und ihren Anspruch genau damit begründen. Nämlich im Gegensatz zu Ihnen zu wissen, was denn das „Wahre“, das „Gute“ und das „Schöne“ ist. Ebenso zu wissen, was das „Gerechte“ ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn das für spezielle, ausgezeichnete Leute – gemäss Platon -, die sich Philosophen nennen? Primär sind das natürlich die Protagonisten in Platons Schrift. Sokrates und im Hintergrund Platon, sein Schüler und der Verfasser der Schrift. Dann aber – in einem Staat, denn sich Platon und durch ihn Sokrates ausdenkt, in einem idealen, utopischen Staat – ist es die Elite der Elite. Die besterzogenen der guterzogenen jungen Männer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die guterzogenen sind die Wächter, wie Platon sie nennt. Diese sind eine Art menschliche Wachhunde, die den Staat gegen innere und äussere Feinde bewachen, Sittenwächter können wir sie nennen. Und die Elite dieser Wachhunde sind eben die Philosophen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Die Wächter, die im genauesten Sinne des Wortes Wächter sind, muss man zu Philosophen machen. (503b)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die obersten Sittenwächter. Mutige und milde Männer zugleich, so sieht sie Platon. Wohlerzogen sind sie, aber haben wie Krieger genügend Mumm, um ihre Gebote und Verbote durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verboten sind in Platons Staat zum Beispiel die alten Mythen, die Göttergeschichten, vor allem jene Geschichten, in denen die Götter unvorteilhaft, weil mit menschlichen Regungen erscheinen. Also zum Beispiel die Eifersuchts- und Fremdgeh-Geschichten. Verboten ist auch die Bindung zwischen Partnern, verboten ist Privateigentum. Verboten sind die Tragödien- und Komödiendichter, denn die schüren nur die Emotionen des Publikums, ohne sie zu belehren. Sie werden ohne Federlesen aus dem Staat hinauskomplimentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiteres wird straff reglementiert, der Sex zum Beispiel, damit die Zahl der Bürger nicht wächst oder schwindet und mittels Zuchtwahl wie bei Vögeln, Hunden oder Pferden sich im Laufe der Generationen bessert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;… dass die besten Männer den besten Frauen möglichst oft beiwohnen müssen, dagegen die schlechtesten Männern den schlechtesten Frauen möglichst selten. (459d)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum das alles? Weil der Staat gerecht sein soll. Und gerecht ist er, weil er so ist, wie ihn sich die Platon-Philosophen vorstellen. Mit welchem Recht, mit welchem gerechten Recht, mit welcher Rechtfertigung  aber soll der Staat so sein, wie ihn sich die Philosophen vorstellen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eben weil die Philosophen sehend sind und der Rest der Bevölkerung blind, so lautet die Antwort. Darum geht es in jenem Höhlengleichnis, der berühmtesten Geschichte im Werk des Platon, und wir wundern uns, warum dieses Gleichnis derart verherrlicht wird. Vermutlich weil jeder, der es liest – und der mindestens während des Lesens Philosophie betreibt -, sich als kleiner Philosoph und somit als der Platon-Elite zugehörig empfinden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jenem Gleichnis vegetieren alle Menschen in einer Höhle und sind zwar nicht ganz blind, sondern halbblind und sehen nur Schatten, nur den Abglanz, das Abbild der Dinge, nicht aber wie diese Dinge wirklich sind. Die Philosophen aber haben in ihrer Strebsamkeit und aufgrund ihrer Schlauheit ihre Ketten zerrissen und sind ans Tageslicht getreten, ans Sonnenlicht genauer gesagt und sehen nun alles, wie es wirklich ist. Und das, was sie sehen, sind die wirklichen, ewig unveränderlichen Ideen aller Dinge und Wesenheiten, und nicht nur die simplen unmittelbaren Alltagsdinge und Alltagsurteile. Das wirklich „Wahre“, das wirklich „Gute“ und das wirklich „Schöne“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Denn seid ihr einmal daran gewöhnt, so werdet ihr tausendmal besser sehen als die Bewohner dort und werdet erkennen, was alle die Bilder sind und wovon sie die Bilder sind, weil ihr über das Schöne und Gerechte und Gute die Wahrheit geschaut habt. (520c)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt kommt der Sprung des Kaninchens aus dem Zylinder: Diese Ideen, die gemäss Platon viel realer sind als unsere simple Realität, die superrealen Ideen also, sie sind wahrhaft göttlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Ganz ohne Unwahrheit ist also die Gottheit und das Göttliche. (383a)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Göttliche ist also nicht mehr Personifizierung der übermenschlichen Naturmächte, sondern das Göttliche wird definiert in menschlichen Verstandesvorstellungen - das „Wahre“, das „Gute“ und das „Schöne“, das „Gerechte“ – die verabsolutiert, idealisiert werden, sich eben zu „Ideen“ wandeln. Von denen die Alltagsmenschen – zu denen ich gehöre – keine Ahnung haben, was sie wirklich bedeuten. Nur schon der Begriff „Idee“ ist eigentlich ein Widerspruch, denn die „Ideen“ sind philosophische Abstraktheiten, dabei heisst das griechische „eidoi“ eigentlich Bilder. Ideen sind also unbildliche Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideen können nur eingesehen, aber nicht gesehen werden, sagt Platon. Dann fragen wir zurück, warum er ihnen Realitätswert verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar ist die Absicht, die dahinter steckt: Die Philosophen wollen Herrscher werden.  Platon sieht sich – und seine Jünger, sein Gefolge – berufen, Regenten über die Stadt und die Städte zu werden. Die Philosophen sind die Elite des Volkes, sie sind die Besterzogenen, denen die Macht im Staate gebührt. Weil sie Anteil haben an einer höheren Realität, einer Superrealität, die dem Normalbürger verschlossen ist. Platon lehrt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Unsere Verfassung wird also erst dann vollkommen eingerichtet sein, wenn ein Wächter über sie die Aufsicht führt, der dieses Wissen besitzt. (506a)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heisst, einer der Elite-Wächter, der Philosophen. Sie sind die Tugend-Wachhunde, und ihre Stellung wird dadurch gerechtfertigt, dass sie die Einsicht in die absoluten Ideen haben, die von ihnen als realer als die Realität propagiert werden. Übrigens soll der Philosoph nicht etwa besonders erfahren in den menschlichen Belangen sein, im Gegenteil:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Wer seine Gedanken wirklich auf das Seiende richtet, Adeimantos, der hat ja auch gar keine Zeit, hinabzublicken auf das Treiben der Menschen und sich im Streit mit ihnen mit Neid und Bitterkeit zu erfüllen. Sondern er schaut und betrachtet Geordnetes, sich immer gleich Bleibendes, bei dem es kein gegenseitiges Unrechttun und kein Unrechtleiden gibt, … (500b)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosoph geniesst seine Musse im Betrachten jener jenseitigen höheren Realität – die göttlich ist. Und was geschieht mit ihm?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Indem also der Philosoph mit dem Göttlichen und Wohlgeordneten verkehrt, wird er selbst wohlgeordnet und göttlich, soweit das einem Menschen möglich ist. (500c)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und – so geht die Hoffnung Platons –, dass die Bürger endlich den Philosophen den ihnen gebührenden Platz einräumen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Werden sie (die Bürger) also noch länger darüber entrüstet sein, wenn wir sagen, dass, solange nicht der Stand der Philosophen Herr ist über die Stadt, es weder für diese noch für die Bürger mit dem Elend ein Ende haben … wird? (501e)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Platon zweifelt am Ruf der Philosophen im Volke. Er meint aber dann, dass die Philosophen die Ehren ohnehin nicht nötig hätten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;… wenn nämlich wahre Philosophen, mehrere oder einer, in einer Stadt Herrscher werden und wenn sie die heutigen Ehren gering schätzen, weil sie sie für gemein und wertlos halten, … (540e)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch, so gering schätzt Platon die öffentlichen Ehren nicht, und der Wunsch danach ist mit Händen zu greifen, wenn er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Und die Stadt wird ihnen (den Philosophen-Regenten) auf ihre Kosten Denkmäler setzen und Opfer darbringen wie für Daimonen, wenn das auch die Pythia durch ihren Orakelspruch bestätigt, sonst aber wie für glückselige und göttliche Menschen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Halbgötter möchte Platon die Philosophen – und sich selbst - verehrt sehen, als Daimonen oder mindestens als göttliche Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Platon hält übrigens auch nicht viel von der Demokratie, die aus seiner Sicht stets in die Tyrannis abzugleiten droht. Die Monarchie ist die beste Regierungsform, so lehrt er, und entsprechend schreibt er von seinem utopischen Staat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Und König sind diejenigen, die sich in der Philosophie und im Kriege als die Tüchtigsten gezeigt haben. (543a)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Ebenso erstaunlich ist, dass in seinem Staat, der doch von der „Wahrheit“ regiert werden sollte, die Regenten lügen dürfen. Natürlich im Interesse ebenjenes Staates. Und das Interesse bestimmen wohl wieder die Philosophen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Den Regenten in der Stadt steht also, wenn überhaupt jemandem, das Lügen zu, und zwar, sei es der Feinde oder eigenen Bürger wegen, im Interesse der Stadt; … (389b)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum diese Ausführungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil heutzutage immer noch – oder wieder neu – eine stattliche Zahl von Predigern vollmundig behauptet, Zugang zu den ewigen, unveränderlichen Wahrheiten zu haben und nur „das Gute“ für Volk und Staat zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil wir uns im Klaren sein sollten, dass sich diese als Eliten gebärdenden „Führer“ nicht nur aus religiösen, sondern ebenso sehr aus durchaus geistreichen Kreisen rekrutieren. Wir neigen heute dazu, das Verkünden und Schmackhaftmachen von totalitären Ideologien den intoleranten Religionen zuzuschieben. Platos „Staat“ zeigt uns, dass sie auch auf den ersten Blick unverfänglichere und respektablere Wurzeln haben. Nämlich in der hochangesehenen antiken Philosophie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;cite&quot;&gt;Titelbild: Platons Akademie, Mosaikfussboden in Pompeji, 1. Jahrhundert nach Christus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitate: Platon, „Staat&quot;. Deutsch von Rudolf Rufener. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2010. ISBN 978-3-423-30136-7&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 20 Mar 2012 14:43:09 +0100</pubDate>
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    <title>Feierabend - Shape Sensation</title>
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            <category>Photoskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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    &lt;/br&gt;&lt;br /&gt;
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&lt;/br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/br&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 18 Mar 2012 18:17:22 +0100</pubDate>
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    <title>Wahrheit</title>
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            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wahrheit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen streben nach der Wahrheit. Was heisst denn das? Wir streben – bescheidener gesagt – nach Erkenntnis. Wir wollen die Welt und uns selbst verstehen. Natürlich hat dieses Verstehen ganz praktische Hintergründe. Wir wollen Vorgänge verstehen, damit wir uns danach richten und einrichten können; wir fürchten uns zum Beispiel beim Donnergrollen, denn dann droht Blitzschlag. Und wir haben verstanden, dass wir uns dagegen schützen müssen. (Genauer gesagt haben wir schon in Urzeiten verstanden, dass die Naturkräfte, wenn sie mit Donner drohen, meist Blitz hinterherschicken.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollten und wollen weitere Erkenntnisse erstreben, und unter Wahrheit verstehen wir so etwas wie absolute Erkenntnis, unerschütterliches Wissen im Kleinen oder Grossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch haben wir einen zweiten Begriff von Wahrheit, der sich nicht unbedingt mit dem genannten deckt: Wir sprechen von der Wahrheit von Sätzen, von Aussagen also, von sprachlichen Ausdrücken. Ein solcher Satz wäre zum Beispiel: „Die Sonne geht im Osten auf.“ Unerschütterlich für uns. Nur haben wir dabei keine absolute Gewissheit, wie schon David Hume wusste. Die Sonne könnte morgen durchaus im Westen aufgehen, und wir müssten unsere Erkenntnis revidieren. Denn die Sonne ist richtet sich nicht nach unserer Erkenntnis, sondern diese richtet sich nach ihrer Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum aber hat die Sprache, ob mündlich oder schriftlich formuliert, eine derartige Vormachtstellung erhalten? Warum sollte Wahrheit an die Sprache gebunden sein? Weil die Sprache unsere grösste Entwicklung und Entdeckung ist? (Entwicklung, weil sie in unserer biologischen Evolution – der Entwicklung von Gehirn, Mund, Kehlkopf, Hand – begründet ist, und Entdeckung, weil wir im Laufe der langen Zeit ungeheuren Möglichkeiten der Sprache auf die Spur gekommen sind und noch stets neue finden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir könnten Wahrheit auch mit ganz anderen Vorstellungsbereichen verknüpfen, mit dem Bild zum Beispiel oder der Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hängt diese Verknüpfung des Wahrheitsbegriffes mit der Gerichtsbarkeit zusammen. Hat der Mensch immer schon Recht „gesprochen“?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder ist der Ursprung in der Religion zu suchen? Nämlich in denjenigen Religionen, die den Text vor das Bild und den Kult setzten? Im jüdischen Glauben, wo Gott mit Moses geredet haben soll und ihm, als das Wort nicht bei Volk angekommen war, die Gesetze auf Tafeln geschrieben und vorgeschrieben hat. („Und der Herr sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, wie die ersten waren, dass ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln waren, welche du zerbrochen hast.“) Oder im christlichen Glauben, wo Johannes nicht nur diesen Vorgang sozusagen wiederholt, sondern den Text – die Wahrheit des Textes – mit Gott gleichsetzt? („Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“) Ist wirklich Gott das Wort? Und das Wort göttlich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es wirklich das Wort, das uns Ordnung schafft? Oder ist das Wort und der Begriff vielmehr ein Schraubstock, wie Max Weber misstrauisch bemerkt? Ein Schraubstock, dem wir uns kaum mehr entwinden können? In &quot;Wissenschaft als Beruf&quot; schreibt er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;blockquote&quot;&gt;Hier zum ersten Mal schien ein Mittel zur Hand, womit man jemanden in den logischen Schraubstock setzen konnte, so dass er nicht herauskam, ohne zuzugeben: entweder dass er nichts wisse, oder das dies und nichts anderes die Wahrheit sei, die ewige Wahrheit, die nie vergehen würde, wie das Tun und Treiben der blinden Menschen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es also befreiend und heilsam, zwar weiterhin die Wahrheit zu suchen, aber nicht so sehr dem Wort zu vertrauen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reden wir zu viel? Schreiben wir zu viel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schluss!&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 13 Mar 2012 16:09:31 +0100</pubDate>
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    <title>Fetische</title>
    <link>http://www.andreas-koehler.ch/index.php?/archives/174-Fetische.html</link>
            <category>Denkskizzen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Andreas Köhler)</author>
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&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;whiteentry&quot;&gt;&lt;em&gt;„… wird es jetzt noch schwerer, es aus der Hand zu legen.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist seit jeher schwierig, Fetische aus der Hand zu legen. Fetische verleihen verleihen uns Schutz und Unversehrtheit und sichern uns die stete Verbindung zu den höchsten Mächten des Universums. Doch wie kläglich waren die alten Fetische, die Churingas der Ur-Australier, die mittelalterlichen Rosenkränze und Amulette, wie lächerlich die modernen Kraftsteine, die Esoteriker um den Hals tragen, verglichen mit einem Ipad und seinen Geschwistern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nötigten doch diese alten, altmodischen Fetische den Menschen, sich die universellen Kräfte der Natur und der Über-Natur im Geiste zu imaginieren und alle Mühen der Seele aufzubieten, um an sie zu glauben und nicht irre zu werden, wenn die Magie trotzdem versagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht so ihre modernen  Nachkommen. An sie braucht nicht geglaubt zu werden. Sie werden nicht mehr vom Gläubigen zum magisch-geistigen Leben erweckt. Nein, sie leben selbst, aus sich heraus! Sie sprechen, singen, musizieren, malen, filmen, schreiben ganz aus eigener Kraft und sind dabei mittels unsichtbaren ätherischen Strahlen mit der ganzen Welt verbunden; sie suchen eigenständig nach neuesten Bildern und Klängen, nach Rhythmen und Texten, und schwingen in einem unendlichen Netz ohne Ermattung mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie leben wahrhaftig, die neuen künstlichen Wesen; sie sind eine Art Homunculi, oder eben feitiços, kleine Zauberer, welche ihre Träger in die Unendlichkeit der Welt und der Menschheit einstimmen; sie vermitteln ihren Besitzerinnen und Besitzern die Gewissheit, unablässig Teil jener riesigen Gemeinschaft zu sein, die sich stündlich und täglich auf schwungvollem Trab hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum sollte man sie, die kleinen Magier, aus der Hand legen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 08 Mar 2012 08:20:03 +0100</pubDate>
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